Sachliches
Die Kanzlerfrage
Im Zuge der Neustrukturierung des Vatikans und den damit verbundenen erregten Diskussionsrunden hatte es in der Führungsriege des Vatikans kleine Änderungen ergeben. So wurde Marcus Germanicus als Aussenminister eingesetzt, womit er nun wieder das Amt seiner Anfänge im Vatikan bekleiden kann. Auf seinen Posten als Innenminister rückte Justus der Gerechte nach, der sich schon in seiner Zeit als Staatssekretär im Kriegsministerium in den Fragen der Jungritterbetreuung und – Ausbildung glänzend bewehrt hatte. Dass Letzterer dem nur geringen Zuwachs an Aufgaben gewachsen ist, zeigt unter anderem auch schon unser neuer Jungritterguide, der jeden Neuen sehr detailiert, ausführlich und in guter Sprache die Wichtigkeiten des Spiels erklärt und anfängliche Hürden zu überwinden hilft.
Jerusalem! Was haben sie dir angetan?!
„Jerusalem hat neue Herren! Die Heiden! Wie jetzt, und was hat sich geändert? – Na die Heiden tragen jetzt auch Kreuze auf der Brust!“ Die Ritter des Kreuzes (RDK) unter der weisen und erhabenen Führung von Christ und Großmeister Knorke haben glorreich die heilige Stadt genommen, um dann mit den Heiden zu kooperieren und Jerusalem frei zugängig für jeden zu machen, außer natürlich den Vatikan und sonstige Christen, die sie nicht haben wollen. An der Stelle darf sich der interessierte Beobachter nun wirklich einmal fragen: Was läuft da verkehrt in den Gehirnwindungen des rot-weißen Ordens. Der Großteil der christlichen Welt nimmt es allerdings noch gelassen und widmet sich lieber eigenen Problemen – warum auch nicht, geht ja nur um die heiligsten Stätten unseres Glaubens. Für die RDK gibt’s jedenfalls von den Heeresnachrichten den goldenen Halbmond für Unzulänglichkeit und ein gratis Getränk im hiesigen Irrenhaus zu Rom. Kuschelkurs mit Heiden ist diesen Winter out.
Nicht drei, sondern der Turniere zwei
Seid einem gefühlten Jahrhundert startete nun wieder die Turniersaison im Vatikan. Zu Neapel und zu Rom fanden sie statt, die überladenden Feierlichkeiten zu Gunsten der Stärkung des eigenen Egos. Bei den alten Recken in der heiligen Stadt mussten sich aber tatsächlich die in die Jahre gekommenen Herren und Damen in den schillerndsten Rüstungen und mit Favoritenrolle schnell ihrem Alter bewusst werden und den eiligen Rückzug antreten. Wulfgard von Diepholz und Justus der Gerechte marschierten mit Speer, Axt und Leder durch die Runden und trafen sich in einem spannenden Finale vor hunderten von Zuschauern. Den Endsieg im Duell sicherte sich schließlich der Herr von Diepholz, das lustige Alle-schlagen-aufeinander-ein gewann Godefroy de Bouillon und das Tjosten ein Gast aus Italien.
Derart Gast hatte allerdings in Neapel für Unmut gesorgt. Mit schwerer Rüstung sprengte ein italienischer Graf das Jungritterturnier und erschlich sich somit 200Silber, die der Förderung unserer Jüngsten gegolten hatten. Nun sitzt er im Knast – Pech gehabt. Ritterlichkeit ist nichts für jeden, aber bei uns wird man’s schon lernen.
Der Osten – ein Ring sie zu Knechten
Die Odyssee scheint nahezu perfekt. Die Pruzzen und Litauer haben mal wieder Stress mit dem Nordvolk und die Mordwinen mischen auch kräftig mit. Zeit also für Zuka von Zungenschlag, gemeinhin bekannt, als Oberhaupt der Juden, den einen Ring zu schmieden, ihn sich auf den Finger zu stülpen und mit der Kraft einen Hämorridenbefalls die schutzlosen Grafschaften der Christen in südlicheren Regionen zu überfallen, um sich zumindest für ein paar Auswertungen als Herrscher der Welt zu fühlen. Klappte aber erst im zweiten Anlauf, da die zur Hilfe eilenden Byzantiner erstmal die eigenen Verbündeten vermöbelten, bevor sie auf die Farben der Banner achteten. Makedonien & Co findet das ganze eigentlich auch alles recht cool, traut sich aber noch nicht so ganz die Unterstützung der Petschenengen (Juden) zuzugeben.
Alles in allem scheint es, als nahe die Zeit den Schergen einmal auf die Finger zu klopfen und den Ring samt Inhaber in die Feuer seiner Heimat zu schmeißen, oder zumindest ins schwarze Meer.
Garde du Corps ist der Orden des heiligen Antonius
Im Zuge der Abdankung von Otto der Quade als Graf und seiner Entlassung als Heerführer der Garde du Corps wurde diese imaginär aufgelöst und durch ihren neuen Heerführer Wulfgard von Diepholz übernommen, der seine Fähigkeiten schon während des letzten Afrikafeldzuges bewiesen hatte. Entlang seinen Vorstellungen konnte nun der Orden des heiligen Antonius entstehen, der die beiden anderen Heere des vatikanischen Volkes von nun an in kriegerischen Auseinandersetzungen repräsentieren wird. Alle ehemaligen Streiter der Garde du Corps sind nun automatisch in das neue Heer überführt worden und erhalten hoffentlich in Kürze eine Beschreibung ihrer neuen Zugehörigkeit.
Und täglich grüßt Sizilien
Keine Ausgabe vergeht in der es nicht etwas über unser bescheidenes Nachbarvolk Sizilien zu berichten gibt. Luko scheint in einem unserer Kerker verschollen oder zumindest tot zu sein – na immerhin.
Prinz von Poel ist nach seinem ehrbaren Aufenthalt hinter vatikanischem Eisen dann wieder König geworden und hatte gleich mit argen Schwierigkeiten zu kämpfen. Sein Land sollte nämlich infiltriert und übernommen werden. Die Ritterheerezeitung machte natürlich uns dafür verantwortlich, aber wir waren es diesmal ausnahmsweise echt nicht!
Es waren nämlich die Italiener, welche allerdings an ihrem Vorhaben kläglich scheiterten. Nunja, zumindest kriegen sie es gebacken Jungrittern ihre Turniere zu versauen…
Was mit Sizilien ist weiß nun allerdings keiner so genau. Sie stehen zwar religiös wieder auf multikulturell, doch hören tut man trotzdem nichts von ihnen. Es soll uns aber recht sein, haben wir doch größeres vor.
Trivia
Halloween rundherum.
Zwar nicht ganz zeitlich passend, aber dennoch irgendwie im Rahmen, lud der Vatikan heuer zur großen Halloween-Party ein. Und siehe da, aus jeder Ecke und jedem Winkel kamen sie gekrochen, die Räuber und Hexen und all das Untier. Gleich losmarschierend hatte sich in einer Bayrischen Grafschaft Cilian of Hamstead die nächstbeste Hexe gepackt, ihrer Katze den Hals umgedreht und alle beide standesgemäß verbrannt. So ist das nämlich wenn man einen Apfel von seinem Lehen klaut – Kollateralschaden.
Eine sizilianische Grafschaft hat’s dann auch gleich erwischt und wieder müssen einmal wir den Knüppel aus dem Sack lassen um das elende Pack dahin zu schicken wo es hergekommen ist. Gut nur dass es uns an Knüppeln bisher nie gemangelt hat – Pictor hiterm Walde schnitzt nämlich so gern!
Ein Aristokrat in der Kälte
Vorzeigearistokrat und bester Soldat in der letzten Reihe Marcus Germanicus, unser Aussenminister, hatte in der letzten Woche mit argen Überwindungsproblemen zu kämpfen, als seine Heiligkeit ihn Richtung Baltikum schickte. Dort soll er nämlich für gute Stimmung und wohlwollende Blicke auf den Vatikan sorgen.
Bisher allerdings lief seine Reise alles andere als geplant und seine einzigen Gewinne waren derer Drei: Ein tüchtiger Einlauf von Kardinal Schlemmer, eine Frostbeule an einer nicht so erwähnenswerten Stelle und ein prächtig errötetes Gesäß vom weiten Ritt auf seiner Mähre.
Stiftung Heeresnachrichten weist an dieser Stelle erneut darauf hin die Finger von Pferdeimporten aus Frankreich und Japan zu lassen und stattdessen in Deutschland das Pferd des Vertrauens zu kaufen. Die Kerle da sind zwar arrogant, aber sie bauen g’scheites Zeug.
Für Germanicus gilt: Wer nicht hören will, muss fühlen!
Cola, Fanta, Sprite
Unser getreuer Landsmann Cola il Leone della Scala war kurz vor Turnierbeginn aufgebrochen um seine angeblich extremst innovativen Getränkeideen, namens Fanta und Sprite Investoren im mittleren Osten vorzustellen. Nachdem hierzulande keiner das Wagnis eingehen wollte koffeinhaltige Süßgetränke im großen Stil zu produzieren, lag für ihn der Gedanke nahe, dass Großreiche fernab unserer zivilisierten Welt empfänglicher für die Produkte von Morgen sein könnten. Nach einer schier endlos langen Reise erreichte er gewünschte Ziele, stieß aber wieder nur auf Ablehnung. Man drückte ihm eine neue Waffe in die Hand – Die Sterne des Ostens – und machte unmissverständlich klar, dass er erst dann wieder kommen sollte, wenn er fähig dazu wäre etwas ähnlich Sinnvolles wie das in seinen Händen zu erfinden. Als könnte man mit Getränken die Welt beherrschen… so ein Irrer… das geht doch nur mit blankem Stahl.
Wir jedenfalls stehen hinter Cola und wissen dass das irgendwann die Zukunft ist!
Sprachreise für Fortgeschrittene
Auch Burgfrau Kunigunde ließ sich nicht lumpen und reiste zur Verbesserung binationaler Beziehungen in ein kulturfremdes Land – Bayern.
Nach eindringlicher Interaktion mit dem hiesigen Volk gelang es ihr nach einer deutlich anstrengenden Zeit jedwede Sprachbarrieren zu überwinden und freundschaftliche Beziehungen zu den Einheimischen aufzubauen. Diese waren mehr als angetan von unserer First Lady und schenkten ihr zum Abschied ein wundervolles Deutsches Schwert.
Große Augen machte aber Papst Innozenz, als sein holdes Weib schlussendlich wieder vor ihm stand und nur noch eine gebrochene Sprache mit übertönendem bayrischem Dialekt hervorzubringen vermochte. Jessas, Maria und Josef – da hört die Liebe aber echt bei uns allen auf!
Rettung kam erst als Tobias von Zug das Malheur erkannte und dem Spuk mit einem kräftigen Schlag in den Nacken beendete. Innozenz reagierte erst schockiert, zeigte sich dann aber sehr dankbar, als seine Potenz wieder Einzug hielt.
Leserkommentar
Das freie Wort
Das freie Wort ist eine Ruprik und ein Platz für euch! Es ist eure Möglichkeit über die Heeresnachrichten dem vatikanischen Volk eure Meinung, eure Erlebnisse oder eure Trivia mitzuteilen! Schickt einfach das was ihr sagen wollt bis zur nächsten Ausgabe an die Redaktion und euer Schrieb wird abgedruckt!
Heute mit Innenminister Justus der Gerechte:
Im Namens des vatikansichen Volkes möchte ich mich zunächt für die rege Beteiligung an den vatikansichen Turnieren bedanken. Rom und Neapel erlebten dank eurer Unterstützung unvergessliche Tage voller Spannung, Leidenschaft und Enthusiasmuss. Aufs herzlichste beklückwünsche ich Godefroy de Bouillon und Wulfgard von Diepholtz für ihre herausragenden Leistungen und ihren eindrucksvollen Sieg im Melee bzw. Duell.
Ganz besonderer Dank gilt den Knappen und Jungrittern, die sich in Neapel gegen widere Umstände zu behaupten hatten und mit Entschlossenheit, Mut und Hingabe bewiesen haben, aus welchem Holz unser hoffnungsvoller Nachwuchs geschnitzt ist. Ich bin sehr stolz auf eure Leistungen und hocherfreut über eure vortreffliche Entwicklung. Euch gehört die Zukunft.
Schließlich danke ich all jenen, die den Knappen und Jungrittern durch ihre Unterstützung die Teilnahme am Turnier ermöglicht haben. Dies ist die Solidarität, die ich mir vorstelle, um unseren Nachwuchs bestmöglich zu fördern. Ich wünsche mir, dass diese Entwicklung weiter anhält.
Der Vatikan lebt. Es lebe der Vatikan!
Foto der Woche
Das Wort zum Schluss
Das Schlusswort gehört heute Bruder Belgar und seiner Brauerei mit Reinheitsgebot. Seid jeher versorgt er uns alle nach seinem besten Wissen und Gewissen mit dem Alkohol den wir alle so dringend benötigen um die Tage im Vatikan und unter Papst Innozenz III zu bestehen.
Sein Trunk rief stets Mut und große Fähigkeiten in uns hervor. Die Feierlichkeiten im Rahmen unserer Turniere wären bei weitem nicht so lustig und exzessiv gewesen (…und auch nicht so übertrieben ausgeartet…), würde Bruder Belgar nicht in unseren Reihen stehen.
Möge Gott ihm ein langes Leben bescheren und seine Sucht eines Tages von ihm nehmen.
Amen.
Euer Kriegsministerium


