Ausgabe 6
Sachliches
„Sizilien Returns“
Nach den mäßig erfolgreichen vierundzwanzig Filmveröffentlichungen von „Sizilien Begins“ versucht sich derzeit ein neuer Regisseur daran, das durchaus befleckte Image der sagenhaften B-Movie Saga auf Vordermann zu bringen. Illugi Igisson ist der Mann, der unter den wachsamen Augen von Filmemacher und Produzent Widar Thorhallsson, bekannt hauptsächlich durch Horrorkapitel wie „Die Horde“, das von außerhalb als unmöglich betitelte Kunststück vollbringen soll. Versprochen wir dem Publikum nach wie vor die alte Leier: Spannung, Spiel und Schokolade! Ob das ohne Katholizismus und nachbarschaftliche Fürsorge aber derart süß auf der Zunge zu liegen vermag, bleibt noch abzuwarten. Zur Not landet die Rolle halt wieder im Schredder – der hat ja ohnehin bereits Erfahrung mit Streifen aus der Ecke.
Ein Reich für einen Dänen!
So in etwa musste der Leitspruch der bekannten vier Reichsnationen vor kurzer Zeit gelautet haben, als wir den unmenschlichen Frevel besaßen die heidnischen Dänengrafschaften in mitten gut christlicher Ländereien zu beseitigen. Genützt hat es ihnen leider nicht so viel, da die hervorragende Schlagkraft der vatikanischen Truppen einmal erneut zum ohnmachtsbringendem Rundumschlag ausgeholt hatte und einen jeden Streiter, der sich entgegen Gott und hinter einen Heiden stellte, nahezu in der Luft zerriss. Zurück blieb eine sich freuende ungarische Fraktion, die ihr zerstückeltes Land mit der Übernahme von Tolna und Banat ein wenig mehr zusammenflicken konnte. Die dänische Wirtschaft allerdings zeigte sich erschüttert, als an der Börse hauptsächlich die Alkoholpreise in unendliche Höhen schossen – mit billigen Schmuggelimporten hat das natürlich nichts zu tun – hämisch zeigte sich die glorreiche Bettenindustrie.
Aus und Vorbei
Lebemann und Vorzeigejunggeselle Marcus Germanicus ist unter den Hammer, oder besser gesagt unter die Axt gekommen. Einstige Nordfrau mit italienischen Wurzeln, Coraline Marichand, hat in ihrer neuen Wahlheimat, dem Vatikan, das vollbracht, was sich schon so viele Großmütterchen und vor allem Urgroßmütterchen gewünscht haben: Dem selbstbetitelten ersten Aristokraten des Landes ein Ringlein über den Finger zu streifen und mit ihm in Saus und Braus durch die edelsten Hotelbetten zu hüpfen. Hotels waren in letzter Zeit dennoch rar gesät, drum genügte auch das Heerlager von Daranion von Greifenfels, der sich später über den Verlust von etwa einem Duzend Zelten beklagte. Auch Papst Innozenz war nur mäßig begeistert und ließ das eiligst vermählte Paar schnell die Flitterwochen in der Provence antreten – „Frühgeburten“ bringt man ja am besten nicht zu Hause zur Welt.
Die Juden
Der Krieg gegen die Juden und ihren Rattenschwanz, genannt Byzanz, Makedonien und so weiter und so fort, ist zunächst einmal beendet worden, denn es gibt ohnehin viel weiter im Norden mit den Schweden, Finnen und wie sie alle heißen, genug zu tun. Eine jüdische Delegation schickte sich im Anschluss daran an einen kleinen Besuch im papstleeren Rom abzuhalten. Deutlich beeindruckt zeigten sie sich von all dem Glanz, der Pracht und dem Leben der ewigen Stadt. Die Heeresnachrichtenredaktion entschuldigt sich an dieser Stelle für derart langweilige und sinnentbehrende Artikel bezüglich eines recht uninteressanten Volkes und räumt zur nächsten Ausgabe einen Kaufpreisrabatt ein. Auch das diesjährige Wir – Der Vatikan – Gutscheinheft sei an euch offeriert. Höhepunkt ist ein Gratis-Überflug über Rom mit dem neuen Tarnkappenkatapult des Kriegsministeriums.
Trivia
Die Legende ist Tot.
Gestern Nacht geschah das Unfassbare, das womit niemand rechnen konnte. Eine unsägliche Erschütterung durchfuhr alle, die es hörten. Ein Schleier von Trauer überzog den Vatikan. Die Schwärze der Nacht, war so schwarz, dass selbst die Dunkelheit sich davor fürchtete. Garstige Wolken verbargen das Antlitz der Sterne und tauchten die Welt in eine Endzeitstimmung aus Sturm und Regen. Der Gesang der Vögel blieb ihnen im Halse stecken. Luchs und Reh weinten bitterlich Arm in Arm. Schwarze Flaggen so weit das Auge reicht. Keine spielenden Kinder, keine Fröhlichkeit, keine Ausgelassenheit, keine Freude – nur unsägliche Leere und Zermürben – Godefroys Pferd ist tot, aber morgen gibt’s ein Neues.
Blockheer-Competition
Kein Blockheer, keine Competition. Das Land will beschützt sein, darum gibt es Blockheere. Allgemein hin ist diese Angelegenheit, während andere sich voller Freude in Schlachtengetümmel und Blut suhlen eine ziemlich schnöde Sache. Zumindest war es das, bis die große Fehde zwischen Rom und Campania ausbrach, entlang der, bei noch ungeklärter anfänglicher Ursache, die beiden Parteien begannen hin und her zu reiten und gewisse Gemeinheiten auszutauschen. So soll Gardist Hardrim bei einem seiner Rundgänge durch entfernte Gullideckel ziemlich unschön aufgehalten worden sein, während Lucretia von einem Löwen des Kolosseums durch ganz Rom gejagt wurde. Auf anderer Seite erfreute sich wohl Gideon de Leyre über eine ziemlich beachtliche Anzahl an Baumstämmen, die einen Abhang auf seinen Posten niederrollten, nachdem Helvetius, die wirklich unschöne Angelegenheit mit der Stierherde beendet hatte. Das Siegerteam des Wettstreits steht noch aus.
Heerestombola
Die Männer und Frauen im Hauptheer des Vatikans, vergnügten sich derweil etwas sittlicher als ihre Kollegen in den Blockheeren. Bei einer gepflegten Tombola entlang des allseits bekannten Kuhscheißens, erfreuten sie sich einer ausgelassenen Stimmung und feucht fröhlicher Atmosphäre. Nachdem Musi ja seinen alten Saufkumpanen Hensel vor einiger Zeit einbüßen musste, dürfen wir uns nun über seine neue Errungenschaft freuen: Karl August. Zu nächtlicher Stund betraten beide recht torkelnd und natürlich unter tiefen Freundschaftsbekundungen den wirklich wunderschönen Stall, in dem auch die Glückskuh beheimatet war und schickten sich an die schlafenden Tiere aus ihrer Standposition in die Waagerechte zu schicken. Der Bauer zeigte sich empört, als er bemerkte, dass eben jene Tombola-Kuh, den kleinen Vorfall nicht überlebt hatte. Er beließ es aber dabei, als zweiundzwanzig vatikanische Ritter, die ihrer Kollegin Johanna von Vindobona den Sieg und das immense Preisgeld nicht gönnten, gegen ihn standen und das olle Tier samt ihn auch noch verfluchten.
Ein bayrischer Kanzler
Nun haben wir den Salat. Ein Bazi mit seiner wunderschönen deutlichen und fast deutschen Aussprache ist im Vatikan gelandet. Ob sein Wechsel nun begründet liegt in der Tracht Prügel, die er noch auf Tolna bezogen hatte, oder in der Tatsache, dass der Vatikan einfach an sich ein super cooles Volk ist, oder einfach weil wir alle so gut aussehen, ist der Redaktion während der Recherchen nicht ganz ersichtlich geworden. Experten gehen aber davon aus, dass einfach alles zutrifft.
Nichts desto weniger wollen aber auch die Heeresnachrichten ein Willkommen an den Neuling zum Ausdruck bringen und erklären wie sehr wir uns alle über diesen Zuwachs in unserem Bund der reichen und schönen und schlauen und starken und wundervollen und einfühlsamen und begehrenswerten Vatikaner, die im übrigen auch im Bett nicht zu unterschätzen sind, freuen. Das wirklich beachtliche und große Schwert, sowie die teure Rüstung und das stattliche Ross, welches Acid sein eigen nennt, mal ganz Außen vor lassend, denken wir, dass er einfach so sehr gut zu uns passt. Also dann, viel Freude mit uns!
Neue Rubrik!
Das freie Wort!
Das freie Wort ist eine Rubrik und ein Platz für euch! Es ist eure Möglichkeit über die Heeresnachrichten dem vatikanischen Volk eure Meinung, eure Erlebnisse oder eure Trivia mitzuteilen! Schickt einfach das was ihr sagen wollt bis zur nächsten Ausgabe an die Redaktion und euer Schrieb wird abgedruckt!
Die Heeresnachrichten stellen diese Woche ernüchternd fest, dass niemand in dieser Rubrik seine Meinung zu einem bestimmten Sachverhalt oder im Allgemeinen an das Volk kundtun wollte. Insbesondere erklären wir uns von seiner Eminenz Marcus Germanicus enttäuscht, den wir scheiternder Weise dazu nötigen wollten.
Wir sehen diesen Umstand als einen Angriff auf die nicht vorhandene Demokratie unseres Landes und verurteilen ihn zutiefst. Genau dies ist der Weg in die bereits herrschende Diktatur, die wir zwar haben wollen, aber nicht gutheißen.
Ein jeder sollte über unsere Worte genau nachdenken und gefälligst seine unwerte und aussichtslose Meinung in den kommenden Ausgaben zur Verfügung stellen.
In diesem Sinne – Aloha
Foto der Woche
Das Wort zum Schluss
Trotz des Preisrabattes in der nächsten Ausgabe, müssen wir an dieser Stelle leider verkünden, dass allgemeinhin die Heeresnachrichten und insbesondere auch das Abo leider teurer werden.
Dies liegt hauptsächlich an der steigenden Qualität der Berichterstattung und der Güte unserer Redaktion, die einfach mehr Geld verdient hat. Außerdem will es Gott – das Totschlagargument sollte ja bekannt sein.
Sollte Interesse an einer Mitarbeit bei den Heeresnachrichten bestehen, so bitten wir an dieser Stelle einmal Bewerbungen bis in etwa Weihnachten einzureichen. Mit einem Toleranzbereich von vier bis einhundertzwanzig Wochen, werden diese dann auch bearbeitet.
Möge also der Herr weiterhin mit euch sein.
Euer Kriegsministerium



1. März 2010 um 17:34 |
Sehr schön, wie immer.
Über das mit der Errungenschaft sollte man mich aber mal aufklären^^